Live vom Protesttag (2): Barrierefreiheit geht uns alle an

Shownotes

Teil zwei unserer Live-Aufnahme vom Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung auf dem Erfurter Fischmarkt.

Diesmal geht es um zugeparkte Gehwege, Haltestellen und das Zwei-Sinne-Prinzip, um persönliche Assistenz als Schlüssel zur Teilhabe, um Sichtbarkeit in der Stadt und den Wert der Werkstätten. Musikproduzent Toni Materne erzählt vom T-Shirt-Workshop „Träume, die man tragen kann“ – und Michael berichtet, wie es ist, mit einer Behinderung zu leben, die man nicht sieht.

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00:00:05: Mikrofon für Inklusion.

00:00:08: Der Street-Life-Podcast

00:00:10: vom CODR Furt zum Protesttag der Gleichstellung von

00:00:13: Menschen mit Behinderung

00:00:15: auf dem Fischmarkt Erfurt!

00:00:17: Mikrophone für Inkusion, wir sind heute noch bis siebzehn Uhr hier.

00:00:21: ich finde das Format übrigens richtig cool und ich freue mich über meinen nächsten Gast.

00:00:25: wen habe ich denn hier sitzen?

00:00:27: Ja hallo guten Tag.

00:00:28: Ich bin froh dass ich hier sein darf.

00:00:30: mein Name ist Stefan Schubert Von Bündnis neunzig die Grünen.

00:00:34: Ich bin zwar kein gewähltes Stadtratsmitglied, darf die Fraktion aber im Beirat für Menschen mit Behinderung und auch Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau- und Verkehr mitvertreten.

00:00:47: Und da sehe ich so ein bisschen meine Rolle dort immer Barrierefreiheit zu

00:00:50: rufen.".

00:00:51: Also ich glaube am Rufen scheitert es ja meistens gar nicht.

00:00:53: das ist ja so.

00:00:54: wer hört es denn am Ende auch?

00:00:55: Das ist ja ein Thema.

00:00:56: wir haben jetzt heute schon ein paar mal über das Thema barrierefreie dem öffentlichen Nahverkehr gesprochen generell BarriEREfreiheit in der Stadt- und Raumentwicklung.

00:01:05: Herr Schubert, hat er vor Nachholbedarf?

00:01:08: Es ist ein kontinuierlicher Handlungsbedarf.

00:01:11: Ich glaube, der ist nie abgeschlossen!

00:01:13: Ich habe den Eindruck, dass große Teile der Stadtverwaltung sehr gut gelernt haben.

00:01:19: auch im Rahmen der Bundesgartenschau die wir hier hatten also mit Ämtern wie Tiefbau und dem Gartenabend haben wir da wirklich keine Probleme die alle diese Vorschriften gelernt haben während dieser Zeit und das inzwischen ziemlich selbstverständlich mitdenken.

00:01:38: Ich finde, es ist ja so... Wir reden jetzt von Barrierefreiheit!

00:01:43: Jetzt hat der Mensch sich vielleicht gar nicht damit befasst.

00:01:47: im Kopf Ja, Mensch mit Behinderung und Barrierenfreiheit.

00:01:49: Jetzt nehmen wir mal die Bergstraße.

00:01:50: ich wohne selber in der Ecke Und eigentlich müsste ich meine Strichliste führen wie häufig alleine schon Mütter mit Kinder wägen.

00:01:58: Das ist ja im Grunde auch eine Barriere.

00:02:00: Wenn ich jetzt als Mutter mit meinem Kinderwagen in die Stadt fahre, komme ich dort einfach gar nicht raus.

00:02:06: Ältere Menschen, Menschen mit Behinderung, Rollstuhlfahrer müssen bis zur Webergasse fahren.

00:02:10: Ist die Haltestelle gerade vielleicht gar nicht frei und muss sich noch mal bis zum Domplatz fahren?

00:02:14: Also es ist schon barrierefrei, geht uns alle an!

00:02:18: Was

00:02:18: das ist in jedem Fall so... Aber so gerne wie ich die Verkehrsbetriebe lobe, dass sie da gut vorangekommen sind.

00:02:27: Die Tücke liegt immer im Detail.

00:02:29: Sie liegt dann nochmal beim Spaltmaß auch an einer schon ausgebauten Halterstelle.

00:02:34: Je mehr Menschen mit Einschränkungen dann auch unterwegs sind ... Du mehr kommt man auch an die kleinen Alltagshürden.

00:02:44: Aber im Großen und Ganzen kann man sagen, hat die Mobilitätsmöglichkeiten ... Die haben durch den Ausbau der letzten Jahre sich schon vielfach verbessert.

00:02:53: Ich hab lange in der Betreuung gearbeitet vor sieben Jahren hier begonnen.

00:02:57: Da war das ein ganz anderer Schnack, würde ich mal sagen.

00:03:00: Da hat sich ja schon wirklich einiges getan.

00:03:01: was ich immer so spannend finde ist unsere Stationen, die Haltestellen, Menschen, die einen sehr großen Rollstuhl fahren beispielsweise wenn es regnet passen da ja gar nicht runter beispielsweise.

00:03:14: Die Tücke im Detail haben sie gesagt vorhin.

00:03:17: Ich meine guter Wille heißt nicht immer gut umgesetzt würde ich mal pauschal so behaupten oder?

00:03:21: Das ist möglicherweise so.

00:03:23: Im Moment ist ja ganz wichtig dass für die nächsten fünf Jahre der Nahverkehrsplan in der Fortschreibung sich befindet das wir Die Stadtverwaltung schaut, wie geht es in die neue Zusammenarbeit mit dem Nahverkehr?

00:03:36: Welche Linien werden... Linienpläne werden verändert oder Fahrplänen werden verändert.

00:03:43: Und ein Aspekt nur eine Facette sind zum Beispiel die Fahrgastinformationssysteme.

00:03:48: und da habe ich mit Erstaunen festgestellt, dass steht nahezu das Gleiche drin wie im Plan vor fünf Jahren.

00:03:54: Ich glaube an einer Stelle wo wir mal innovativ waren Wir waren mit unseren Displays die Echtzeit anzeigen Deutschland weit mal vorne dran.

00:04:03: Die Daten sind verfügbar, aber nach dem Zweisinneprinzip dass hier auch angesagt werden und ausgegeben werden das fehlt noch und hier stehen die ja auch vom nächsten Schritt und den werde ich auch wieder

00:04:14: einfordern.".

00:04:15: Und ich glaube ihr auch mit wegfallenden Ticketautomaten macht es das Ganze ja auch nicht einfacher wobei ich auch sagen muss Ich habe da vor ein paar Jahren mal eine Aktion zum Protesttag gemacht, wo wir mal bewusst Barrieren auch fotografisch aufgenommen haben.

00:04:29: Mit einem Rollstuhl an den Ticketautomaten ranzufahren und dort überhaupt einen Ticket zu ziehen ist ja schonmal eine Riesenherausforderung beispielsweise aber auch was Geldautomaten oder Ähnliches betrifft.

00:04:38: also ich glaube die Liste wird immer länger.

00:04:40: aber ich finde Mobilität einfach so als Thema mitzunehmen und einfach zu gucken was wir tun können ist etwas ganz wichtiges.

00:04:46: Welchen Wunsch?

00:04:47: Hätten Sie denn in dem Kontext, was können wir dann gemeinsam besser machen?

00:04:52: Ich sag mal im öffentlichen Stadtbild.

00:04:54: Weil ja nicht nur der öffentliche Nahverkehr sondern auch das Bewegen allgemein im Stadtraum sehr wichtig ist.

00:05:01: und da sind natürlich die wie sind die Gehwege nutzbar, sind sie zugestellt oder gar zugeparkt?

00:05:08: in vielen Wohnenbereichen es immer noch Das halbseitige Parken auf den Gehwegen zugelassen und die Breiten sind wirklich problematisch.

00:05:18: Und nicht nur die Breite, sondern dann die Querungsstellen.

00:05:22: Die Möglichkeiten, wann wird ein Rollstuhlfahrer hinter einem Parkenauto gesehen?

00:05:27: Wann kann er selber den Verkehr einsehen?

00:05:29: Da haben wir in der Verkehrsregulierung noch ganz große Hürden.

00:05:34: Das sind nicht unbedingt bauliche Planungen, sondern eben die Beschilderung, die Organisation.

00:05:41: Das ist ein weiteres Feld, wo ganz viel Handlungsbedarf besteht.

00:05:49: Schön dass noch Menschen hier sind, schön das Menschen mit dazukommen und viele zuhören werden.

00:05:54: Macht in den Bahnen die Fenster auf!

00:05:56: Hier gibt es heute was zu hören.

00:05:58: Mikrofon für Inklusion.

00:06:00: Die nächsten Menschen, die ich hier sitzen habe möchten sich einmal gerne selber vorstellen Halli hallo wer seid ihr denn?

00:06:07: Hallo hier sind Jana Fucht Und Stefanie Otto und Jana Vogt ist die stellvertretende des Blinden-und-Sebenen an Verbandes.

00:06:16: Und Inklusion ist natürlich sehr, sehr vielfältig.

00:06:20: Denn Inklusion – das wisst ihr schon – ist natürlich ohne Assistenz bzw.

00:06:25: Begleitung nichts!

00:06:27: Denn

00:06:28: Ehrenamt ist ganz doll wichtig in Deutschland.

00:06:31: und auch mit Inklusion denn Ehrenamten sind ja zu achtzig Prozent von

00:06:35: uns.

00:06:36: Denn zwanzig Prozent sind davon Arbeiten der Bevölkerung, also die Ehrenamtler machen das natürlich ohne Geld.

00:06:44: Ja und Inklusion geht uns alle an.

00:06:46: Inklusion gibt es uns allen an?

00:06:47: Das ist richtig!

00:06:48: Und ich wollte nur einmal ganz kurz Bezug darauf nehmen weil wir haben jetzt schon drei große Themenbereiche mit drin und zwar dass eine was ich sagen möchte du bist bei deiner Assistentin heute hier stimmt's

00:06:57: Genau.

00:06:57: Ich bin mit meiner Assistent in die Steffi hier Ist auch ne sehr gute Freundin von den anderen Freunden Und ich bin froh, dass er uns unterstützt.

00:07:05: Denn aufgrund der eingeschränkten Mobilität, die einige von uns hatten, die es schon gesprochen haben... sind wir sehr glücklich, dass wir uns so gefunden haben.

00:07:13: Ich finde das ganz täuscht.

00:07:15: Ich würde dir einmal das Mikrofon auch noch mal mit übergeben sozusagen.

00:07:18: Ich find's cool, dass du da bist und ich habe lange in der Betreuung gearbeitet.

00:07:22: Persönliche Assistenz, Freizeit-, Reisebegleitung... Du bist heute mit hier.

00:07:26: unterstützt die Jana?

00:07:28: Ja!

00:07:28: Wie unterstützt du sie denn im Alltag?

00:07:30: Ich begleite Jana sehr viel in Verschiedene

00:07:35: Bereiche

00:07:36: von Einkaufen, wenn wir unterwegs sind und dann auch bei Konzerten oder Terminen von Politik bis hin zu Museumen.

00:07:48: Oder Veranstaltungen wo es halt auch um den See- und Blindenverband geht Und ja auch im Alltag allgemein Wenn sie ruft bin ich da!

00:07:59: Das finde ich schon mal ein sehr schöner Übergang Jana das ist ja so.

00:08:03: Das ist jetzt natürlich schwierig, weil wir unterhalten uns hier ja... Du brauchst Unterstützung im Alltag.

00:08:09: Warum?

00:08:10: Also ich brauche zum Beispiel Unterstützung im alltag.

00:08:12: wenn jetzt mal zum Beispiel Wenn ich jetzt mal einen Brief nicht erkennen kann Ich habe zwar zu Hause Posttechnik die mir auch vorliest was es ist Nur manchmal reicht der Brief-Scan Zuhause nicht aus und da braucht man dann doch mal eine Unterstützung Bei einem Brief bei irgendeinem Pin oder so.

00:08:29: wenn ich jetzt einmal irgendeinen pin vergessen hab kann ja mal passieren Ja, wenn unsere Steffi oder unsere Johanna kommt die andere Freundin.

00:08:37: Die kommt dann vorbeigeilt und sagt okay das ist das Beispiel und das ist zum Beispiel auch eine super Sache dass das eben so funktioniert.

00:08:46: Genau also für die Menschen die jetzt im Podcast hören ich hoffe ich sage das so richtig du hast eine Sinnesbeeinträchtigung?

00:08:52: Ich bin von Geburt an blind also schon von klein auf und habe aber noch eine andere Unsichtbare Behinderung, die sieht man nur ganz minimal.

00:09:00: Das ist eine halbseitige Lehmung und das ist eine Spastik.

00:09:04: Und die wurde mir auch von Geburt an mitgegeben da wollte ich aber nicht Aber trotzdem habe ich hier gerufen Spaß und Es ist aber trotzdem so dass sich mich aber sicherer fühle wenn Ich mit Assistenz gehe

00:09:16: und ich glaube das ist ein ganz wichtiger punkt der Ist ja auch gerade Ein generelles thema Dass das Thema Assistenzh auf dem prüfstand gestellt wird.

00:09:23: braucht Man das will man sich des leisten?

00:09:26: Kann man sich das noch leisten?

00:09:29: Es ist ja aber so, dass es für dich gar nicht um die Frage geht, ob man sich was leisten kann.

00:09:34: Denn für dich ist die Assistenz eine Möglichkeit Teilhabe zu leben, stimmt's?

00:09:38: Genau, Teilhaber ist sehr wichtig!

00:09:41: Denn ohne Assistenzen kann man auch schlecht Teilhaber haben, sag ich mal.

00:09:45: und das Problem ist ja auch, ohne Assistenten ist kein Fortkommen denn wenn jetzt irgendwie wieder Landestagungen sind bei uns im Blinden- und Seebehindertenverband dann braucht man ja auch wieder Unterstützung, wo ich mir sage okay nur mit Autofahren möchtest du auch nicht Taxifahren da bekommt man das auch nie wieder.

00:10:02: dann man bekommt ja viele Gelder die man auch selber nutzt kriegt man ja nichts mehr zurück.

00:10:08: Die bekommt man ja nicht zurückerstattet und von daher ist für uns mit ÖPNV also öffentlicher Verkehr Nahverkehr kann man mit der Wertmarke ja umsonst fahren mit dem Zug.

00:10:19: Und wenn ich dann zu Steffi sage ich brauche bitte mal deine Hilfe Dann bekomme ich sie und sie fährt auf mich umsonsten Und dann passt das so.

00:10:26: Jana, wie würde dein Alltag aussehen wenn es die Steffi nicht gäbe?

00:10:31: Oh!

00:10:31: Das wäre trostlos ohne Johanna und ohne Steffie und ohne unseren Christian.

00:10:35: Und das wäre sehr sehr traurig.

00:10:37: Meine Klarmann hat zwar noch andere Freunde drum rum aber da hat ja jeder sein eigenes Leben.

00:10:43: Es wäre schon sehr sehr Traurig.

00:10:48: Mikrofon für Inklusion Wir sind immer noch auf dem Fischmarkt.

00:10:52: Für alle, die sich gerade fragen an der Straßenmanhalte Stelle was wir hier machen.

00:10:55: Wir nehmen Live-Podcast auf und deswegen kann man uns hören.

00:10:58: heute ist nämlich der Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderung Und ich habe zwei neue Gäste und freue mich da drauf!

00:11:05: Wie hab' ich denn hier?

00:11:07: Ich bin die Christine Weidenkopf.

00:11:09: Ich bin aus dem Vorstand von der Initiative Mehrwertstadt.

00:11:13: Und ich bin Karsta Maria Fleischmann.

00:11:16: Ich gehöre auch zur Mehrwertstadt, vertrete aber gleichzeitig den kommunalen Beirat für Menschen mit Behinderung im Auftrag der Mehrwertstatt.

00:11:25: Mehrwert-Stadt?

00:11:26: Jetzt haben wir ja... ich glaube hier in Erfurt ist das auf jeden Fall ein Begriff gerade wenn man ja auch hier arbeitet und tätig ist.

00:11:32: für die Menschen die vielleicht den Podcast jetzt hören können sie kurz erklären was es denn die Mehrwert Stadt.

00:11:37: Also ganz kurz, ohne viel vielleicht falsch zu sagen.

00:11:42: Die Mehrwertstadt ist eine Wähler-Initiative die sich gegründet hat um Stadtentwicklung zu machen statt zum Mitmachen um Bürgerinnen und Bürger Gehör, eine Plattform zu geben.

00:11:55: Wir haben Themen wie Stadtentwicklung, grüne Stadt, Radverkehr, Kultur, faire Mieten und unter anderem auch statt für alle.

00:12:04: Das

00:12:04: braucht es aber wahrscheinlich hier auch.

00:12:06: Wie ist das im Beirat für Menschen mit Behinderungen beispielsweise?

00:12:08: Also sind es dann gewisse Themen die sie dann auch mit reinbringen oder greift man Themen auf?

00:12:14: Wie stelle ich mir das vor?

00:12:16: Ja wir haben ja allein dass das wirst du kennen den riesigen Planen der für Erfurt aufs Papier gebracht wurde und nicht nur auf das Papier, sondern jetzt auch in die Umsetzung gehen muss.

00:12:29: Und da kann ich natürlich als Vertreterin dann der Mehrwertstadt im kommunalen Beirat für Menschen mit Behinderung laut werden sozusagen wenn es notwendig ist.

00:12:42: Ich weiß auch wovon ich rede weil ich habe also einen behinderten Bruder den ich mein Leben lang schon betreue.

00:12:50: Das ist etwas, was man auch mal sagen soll.

00:12:55: Er war ja in der Familie integriert natürlich er wäre auch in einer Förderschule.

00:13:02: aber zu unserer Zeit so vor dreißig vierzig Jahren wurden die Kinder die behinderten Kinder wurden nicht weggesperrt aber sie wurden versteckt Sie waren überhaupt nicht sichtbar Und heutzutage, wenn ich mit ihm durch die Stadt gehe ist das ganz anders geworden.

00:13:18: Also er wird freundlich wahrgenommen und wertschätzend behandelt.

00:13:23: Manchmal muss ich ihn dann so ein bisschen zurücknehmen aber ich freue mich sehr, wenn Menschen da sind, die ihn einfach positiv wahrnehmen.

00:13:34: Solche Themen kann man natürlich in den Beirat für Menschen mit Behinderung auch hineintragen sind wir noch lange nicht da, wo wir hin möchten.

00:13:44: Denn ich betreue außerdem über einen kleinen Bildungsträger in Erfurt Menschen die wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt landen sollen.

00:13:53: und da kommen eben einige Frauen, die ihr Leben lang gearbeitet haben und die einfach nicht mehr so richtig weiter können, die wahrscheinlich am ersten Arbeitsmarkt nicht mehr integriert werden können was ich noch nicht angesprochen habe bei dem Thema geschützte Werkstätten.

00:14:15: So sage ich immer noch, manch einer sagt die müssen weg.

00:14:18: nein sie müssen alle auf den ersten Arbeitsmarkt.

00:14:21: Ich sage Nein Sie müssen bleiben denn mein Bruder ist das lebende Beispiel dafür.

00:14:26: er hat viele Jahre dort gearbeitet und war da sehr glücklich bis zu seinem Rentenalter Und dass es für mich ein so hohes Gut.

00:14:37: wo ich dann auch sage, das ist für mich Demokratie und da bin ich froh dass wir die jeden Tag erleben dürfen.

00:14:43: Das muss man auch einmal sagen also nicht nur immer meckern sondern auch sagen es ist eine ganz tolle Geschichte wenn Menschen die eben einfach nicht mehr können oder sie eben einfach behindert geboren wurden aufgefangen werden in einem sozialen Raum.

00:14:59: Und vor allen Dingen ja auch dann so gefördert werden, wie das für die Menschen halt notwendig ist?

00:15:03: Ich greife da nochmal gerade die zwei Punkte mit auf.

00:15:05: sie haben wir auch gesagt, dass das im Stadt ganz normal einfach eine andere Begegnung mittlerweile stattfindet.

00:15:11: Das finde ich nämlich auch so wahr.

00:15:14: Ich wünsche mir halt manchmal noch, dass es nicht so als was Besonderes gesehen wird, dass Mensch mit Behinderungen der Stadt beispielsweise mit Sinn, dass immer so... Auch wie die das schaffen!

00:15:24: Verstehe ich fast als Appell.

00:15:26: Es könnten sich viele Menschen mal von der Energie und diesem Spirit, den ein Mensch hat, der nicht das Selbstverständnis hat alles machen zu dürfen oder zu können, da sollte man sich manchmal eine Scheibe davon abschneiden trotzdem so mit einem Lächeln durch die Welt zu laufen.

00:15:40: Das finde ich ganz wichtig tatsächlich!

00:15:45: Wir sind immer noch zu hören.

00:15:46: Mikrofon für Inklusion.

00:15:47: wir kommen in die finale Runde Und ich freue mich ganz besonders auf meinen nächsten Gast, denn wir haben einiges zu berichten.

00:15:55: Mein nächster Gast – wie heißt du denn?

00:15:57: Hi!

00:15:57: Ich bin Toni Materne und bin Musikproduzent und Workshopgeber und Trainer und beschäftige mich gerne mit kreativen Dingen.

00:16:08: Kreative Dinge im Form von Musik ja dann wahrscheinlich als Produzenten.

00:16:12: machst auch selber Musik?

00:16:13: Genau.

00:16:14: also ich produziere Musik beschäftige mich mit Sounddesign, wie so Dinge zu klingen haben.

00:16:22: Aber bin trotzdem auch in andere kreative Projekte involviert.

00:16:25: also ob das jetzt Bildkunst ist oder Performance-Kunst.

00:16:29: Bin ich ein großer Freund davon und gebe auch regelmäßig Workshops zu dem Thema.

00:16:34: Ich würde vielleicht noch mal eine Sache mit aufgreifen nämlich wir beide haben ja einen Thema was uns auf einer anderen Ebene verbindet es gar nicht die Musik sondern Du und die Jennifer von Nacknack, ihr habt ja gemeinsam mit uns hier im COD einen Workshop gemacht.

00:16:50: Und diesen Workshop – das Ergebnis dieses Workshops trage ich heute sozusagen?

00:16:55: Ist sehr gut!

00:16:56: Genau.

00:16:56: Ich habe zusammen mit Jennifer bei euch im CODE in der Andreasstraße ein Workshop zum Thema T-Shirt Produktion oder Kreativsein Motive entwickeln und ich sage mal, der Outcome was entstehen sollte, war eine Kollektion die von Menschen mit Behinderung hergestellt und ja auch selbst produziert worden ist.

00:17:20: Und wie man es an dir erkennen kann hat das Ganz gut funktioniert.

00:17:23: Mehr als erfolgreich, schaut out geht raus an alle Leute die diese T-Shirts tragen.

00:17:28: ich sehe da drüben gerade schon die Michi sitzen die hat auch ein anderes Motiv sozusagen noch an das ist die fliegende Erdbeere und noch mehr also an alle leute die das jetzt persönlich mal sehen wollen die end große werbung in der marktstraße der laden von nacknack.

00:17:43: aber wir bleiben nochmal beim workshop weil nicht nur Die normalen Nack-Nack-Shirts gibt es ja dort auch, sondern seit heute ja auch im Grunde genommen die T-Shirt, wo wir den Titel hatten Träume, die man tragen kann.

00:17:54: Und ihr seid ja, habt diesen Workshop ja ausgerichtet mit Menschen aus dem COD und seid ja erstmal dort rein so Mal gucken, was passiert.

00:18:02: Wie war das denn für euch?

00:18:04: Also waren so die Dinge, die man sich vorher überlegt hat wurden sie auch genauso mit umgesetzt... Was habt ihr für eine Erfahrung mitgenommen aus diesem Workshop?

00:18:12: Das war es mir eine sehr spannende Erfahrung weil das oft für mich das erste mal war dass ich quasi aktiv einen Workshop mitgegeben habe für Menschen mit Binderung und meine Einstellung mein Mindset

00:18:24: ist

00:18:25: eigentlich immer offen gegenüber allen Menschen mit denen nichts zu tun haben.

00:18:29: Ich versuche jeden so zu nehmen wie er ist Und das klappt auch in sehr vielen Fällen, also mit neunneinzig kann man neun Neuen Prozent.

00:18:36: Genauso bin ich eben auch in den Workshop gegangen mit Jennifer zusammen weil wir der festen Überzeugung sind dass es egal ist wo du herkommst und was du kannst und wer du bist.

00:18:48: wenn du so die richtigen Dinge weißt wie man etwas macht oder wie man sich kreativ ausdrücken kann dann kannst du eigentlich alles machen.

00:18:56: Toni,

00:18:56: eine Sache noch vielleicht?

00:18:58: Wenn Du einen Wunsch äußern könntest für den Themenbereich Inklusion Hättest Du einen.

00:19:03: wie würde der lauten?

00:19:05: Ich glaube das wurde mir eben nochmal so ein bisschen bewusst.

00:19:08: ich habe gerade mit einer Teilnehmenden gesprochen.

00:19:11: Das Thema Mobilität ist halt super wichtig Einfach hier.

00:19:15: Also wenn man zwei funktionierende Beine hat und Hände hat kommt man prima durch die Stadt.

00:19:21: Wenn man das nicht hat, hat man hier ein ganz schönes Problem Und ich würde mir einfach wünschen, dass Stadtplanungen und Bürgermeister Menschen in diesem Gebiet tätig sind was mit öffentlichen Verkehrsmilien zu tun hat mehr Fokus haben.

00:19:37: Dass die Dinge, die sie im öffentlichen Raum machen aktuell nicht nur für alle Menschen gemacht sind sondern auch für einen bestimmten Teil der Bevölkerung und Inklusion heißt halt auch das sich irgendwo bedenkenlos hinkommen kann.

00:19:51: angehoben ist, jetzt um die Straßenbahnen einsteigen zu können oder dass einen Busfahrer vielleicht die Möglichkeit hat mal jemanden in den Bus reinzuhelfen auch wenn es nicht die gleiche Höhe ist.

00:20:00: Oder jetzt nicht über Kopfsteinpflaster fahren zu können weil's mich halt durchschüttelt als ob ich ein kleiner Erdbeershake wäre und all diese Dinge die ein Mensch der halt zwei funktionelle Beine hat gar nicht mehr wahrnimmt was für ihn normal ist.

00:20:13: das gibt eben ganz oft nicht für Menschen mit beeinträchtigungen.

00:20:20: Mikrofon für Inklusion, ich habe einen neuen Gast hier.

00:20:23: Wer ist denn hier?

00:20:24: Ja hallo!

00:20:24: Ich bin der Michael.

00:20:26: und wenn hier als Betroffener Schuld daran ist das COD meine Betreuerin die mich auch dazu überredet hat mal meine Message darüber zu bringen Unsichtbaren Behindertinnen.

00:20:42: Also ich

00:20:42: finde, es ist eine positive Schuld die man sozusagen mitnehmen kann.

00:20:46: Wir gucken mal zu deiner Betreuerin kurz rüber.

00:20:48: das hast du ganz toll gemacht.

00:20:50: Genau Michael, ich freue mich dass du da bist.

00:20:51: Du hast es gerade schon angesprochen Es gibt sichtbare Beeinträchtigungen.

00:20:56: Da haben wir heute auch drüber gesprochen.

00:20:57: Ich glaube der Rollstuhl ist erkennbar Der blinden Stock ist ein Erkennungsmerkmal aber nicht jede Behinderung ist sichtbar.

00:21:05: Generell können wir davon ausgehen, Behinderungen bedeutet behindert werden und nicht behindert sein.

00:21:10: Und gerade bei den nicht sichtbaren Behinderungs ist es ja bestimmt so dass die Leute wahrscheinlich zweimal eher nachfragen müssen weil sie's gar nicht wahrnehmen Wie is das für dich im Alltag?

00:21:21: Genau also ich Ich weiß nicht, ob jetzt jemand das überhaupt nachvollziehen kann.

00:21:27: Dass ich überhaupt hier auf diesem Stuhl sitze?

00:21:30: Dass sich überhaupt in so ein Mikrofon im Podcast-Format mit jemandem spreche und dass auch noch hier übertragen wird als jemand mit einer sozialen Phobie ist – das eine wahnsinnige Herausforderung!

00:21:43: Und sowieso Gesprächsführungen an sich Die ultimative Probe.

00:21:52: und mein Psychologe würde mir jetzt sagen, das ist die maximale Exposition.

00:21:56: Die du ja gerade durchlebst und durch machst genau aber zeigt wieder wie wichtig das Thema eigentlich auch ist.

00:22:01: und für mich ist

00:22:02: ich glaube ihr auch diese diese diese Erfahrungen auszuprobieren dass zu machen diese Message die man einfach mitbringt also was ganz ganz wichtig ist und es zeugt dir aber am ende auch du hast ja grade so Basis halber angeteasert so.

00:22:14: Die Schuld der Betreuerin, aber das zeugt ja auch von dem Vertrauen dass man jetzt halt sagt hey wir gehen hier nicht in eine Situation rein die total unvorbereitet ist ne?

00:22:23: Aber ich glaube es ist ganz ganz wichtig das ja auch so anzusprechen.

00:22:26: und Nichtsichtbarkeit bedeutet ja immer man braucht eine Menge Aufklärung Und diese Aufklärungen an sich ist schon eine Druck-Situation.

00:22:33: Versteht der Mensch das jetzt schüttelt er den Kopf.

00:22:35: wie ist das am Ende denn dann?

00:22:36: was für Erfahrungen machst du denn da?

00:22:38: Also ich mache die Erfahrung, dass ich persönlich mit der Behinderung versuche mich wirklich in alle anderen hineinzuversetzen und versuche zu verstehen warum das oder jenes so ist.

00:22:49: Und ich merke aber bei den Gegenübern, dass die völlig überfordert sind und eigentlich auch völlig überforderd sein müssen weil sie haben weder eine psychologische Ausbildung noch ne Schulung oder sowas.

00:22:59: Ich kann von jemandem verlangen, nachvollziehen zu können.

00:23:03: Dass ich um mal ein Brötchen zu kaufen beim Bäcker mindestens drei vier Anläufe brauche und mich Tage darauf vorbereite dort irgendwas zu machen.

00:23:13: Da kann ich jetzt nicht von jemanden verlangen.

00:23:15: so du musst dich jetzt genau verstehen und du musst es jetzt nachvollziehend können.

00:23:18: das ist halt so.

00:23:19: das ist als wenn Du Höhenangst hättest oder so.

00:23:21: also das funktioniert eben nicht.

00:23:24: umso wichtiger ist für mich zu sagen ich möchte gar nicht dass du mich verstehst einfach, dass du es akzeptierst.

00:23:31: Dass du es nicht in Frage stellst.

00:23:34: denn was hätte ich davon zu sagen?

00:23:36: Ich habe Schwierigkeiten damit im Brötchen zu kaufen wenn ich's nicht hätte.

00:23:40: Sehr sehr cool!

00:23:42: Michael, wenn du einen Wunsch frei hättest hier den wir heute mit sozusagen mit veräußern können egal was das für einer wäre hast du einen den vielleicht noch mal mitgeben möchtest.

00:23:52: Ja, ich hatte versucht mich genau auf diese Frage vorzubereiten und mir ist tatsächlich nichts kreatives eingefallen.

00:23:59: Aber es geht mir darum dass ein Mensch sich durch mehr identifiziert oder mehr ist als nur ja das was man eben von außen sieht.

00:24:11: also Ich würde mir wirklich wünschen so wie du das da vorhin gesagt hast Dass man mehr Interesse erzeugt bei anderen gar nicht so sehr.

00:24:22: Oh, hast du es aber schlecht?

00:24:23: Oder oh... Mann das muss ja ganz schön anstrengend sein den ganzen Tag um sich zu gucken und sich beobachtet zu führen oder so.

00:24:31: Oder alles zu zerdenken, alles zu zerreden.

00:24:34: Das brauche ich nicht zu hören.

00:24:36: Das sage ich mir jeden Tag selbst oder so Aber einfach mal mit jemandem in den Austausch zu gehen.

00:24:41: Und Ja also Ich will eben aus dieser aus diesem Dunkelfeld heraus treten und das wäre eben schön, wenn man da ein bisschen Licht ins Dunkel kriegen würde.

00:24:52: Und genau für diesen Austausch bin ich mit dir sehr dankbar!

00:24:55: Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.

00:24:56: Ich habe auch viele nickende Gesichter hier gesehen über die paar Themen, die wir immer angesprochen haben.

00:25:02: Michael, ich danke dir ganz doll und bis zum nächsten Mal.

00:25:06: Ja also ich bedanke mich auch für die Plattform hier.

00:25:13: Mikrofon

00:25:14: für Inklusion.

00:25:16: Der Street

00:25:17: Life Podcast vom CODR

00:25:19: Furt

00:25:19: zum

00:25:19: Protesttag

00:25:20: der Gleichstellung

00:25:21: von Menschen mit Behinderung auf dem Fischmarkt Erfurt.

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